Burnout – es ist vorbei.

So fühlt es sich für die Betroffenen erst einmal an. Dinge, die man vorher gut konnte, die selbstverständlich waren, die sind jetzt vorbei, sie gelingen nicht mehr oder nicht mehr so einfach. Das ganze Leben ist nun doppelt so anstrengend und das, obwohl man doch sowieso schon nur noch die halbe Kraft hat – wenn man die noch hat.

Der schwierigste Prozess ist nun, erst einmal anzuerkennen, was man alles nicht mehr kann. Depressionen sind nun leider ein häufiger Begleiter, gepaart mit Angst. Verständlich in dieser gefährlichen Welt. Ok, der Tiger hockt nun nicht mehr in Lauerstellung vor einem, bereit dazu, den schwachen zu fressen, der zwangsläufig das erste Opfer in freier Wildbahn war. Aber dieser Gedanke liegt immer noch tief in uns oder?

Aber auch unsere Gesellschaft spricht gern vom Großstadtdschungel und der Rest der Gesellschaft äußert sich ähnlich über das Leben in der modernen Zeit.

Wer nicht mehr hipp ist, wer nicht „vorn“ ist, der ist nicht mehr dabei. Und dabei sein ist ja bekanntlich alles. Und selbst dieser Spruch – entstanden durch die olympischen Spiele, bezeichnet nur die armseligen Verlierer, denen man noch ein Quäntchen Ehre abgewinnen will. Nein – dabei sein reicht in unserer Gesellschaft nicht. Gewinner sein ist grad gut genug! Grad genug, weil nächstes mal schon ein Anderer gewinnen kann und so gilt es nicht nur, Gewinner zu sein, sondern seine Position auch zu halten. Verteidigen – kämpfen.

Es geht um Angst!

Angst war schon immer ein miserabler Berater für den Einzelnen aber ein wunderbarer Führer der Massen.

Alle haben die Angst genutzt und viele Anführer benutzen sie noch heute. In der Religion, in der Politik und auch die Industrie nutzt diese Angst.

Wenn Du nicht dieses oder jenes Produkt hast, bist Du nicht „In“. Wenn Du nicht „In“ bist, bist Du nicht dabei. Wenn Du nicht dabei bist, bist Du allein!

Sie verkaufen es als Verlockung aber das wahre Werkzeug ist Angst.

Habe ich Appetit, so esse ich, bis der Appetit verschwunden ist. Schafft es jedoch einer, mich davon zu überzeugen, dass morgen eine Hungersnot ausbricht, esse ich wahrscheinlich zu viel. Aus Angst.

Wir „konsumieren“ was wir kriegen können… Wirtschaftskrise, Umweltprobleme – morgen könnte es schließlich vorbei sein.

Keine Missverständnisse: Ich bin nicht gegen Konsum. Ich bin nicht gegen Pauschalierungen. Ich bin kein Populist. Ich weiß, dass die Welt viel komplexer ist. Es ist ein weiter weg – wie immer. Wenn Du unzufrieden mit deinem Körper bist, dann musst Du wahrscheinlich die selbe Wegstrecke in eine bessere Richtung gehen. Vielleicht auch nicht aber es ist gut, davon auszugehen, dass es dauern könnte, das schützt vor weiteren Enttäuschungen.

Es geht um dich!

Du bist es wert, zu leben! Das ist die Wahrheit. Auch wenn unsere Gesellschaft diese Tatsache manchmal aus den Augen verloren zu haben scheint. Das hat sie aber in Wahrheit nicht. Es ist hart, sehr hart, sich nach außen zu wenden, wenn die innere Welt nicht mehr in Ordnung ist. Man neigt dazu, sich zurückzuziehen – man empfindet es als richtiger. Aber das ist es nicht – nicht ganz. Rückzug tut Dir vielleicht wirklich gut. In manchen Bereichen ist dies auch ratsam. Dennoch solltest Du dich nun vermehrt nach außen wenden. Lerne dazu zu stehen, dass es Dir grad nicht gut geht. Du wirst feststellen, dass es Menschen gibt, die Dir gern helfen. Und Du wirst feststellen, dass es gar nicht wenige gibt, die dich genau verstehen, weil sie ähnliches erlebt haben oder selbst erleben. Die Gemeinschaft macht hier stark. Und auch der Glaube ist ein guter Begleiter. Dein (!) Glaube. Wenn Du dir erlaubst, zu glauben, ist dann Gott jemand, der in irgend einem Buch beschrieben wurde? Gibt es nicht auch eine persönliche, aktive Verbindung zu dem, was Dir Kraft gibt?
Prüfe einmal all die Ängste, nimm Dir dazu ruhig Hilfe. Es ist keine Schande, einen Psychologen zu besuchen. Ganz im Gegenteil. In unserer heutigen, viel zu komplexen Welt ist es mehr als ratsam, die ab und zu zu tun. Du wirst feststellen, dass es zwar deine Ängste sind, dass die Meisten davon aber garnicht von Dir kommen. Das hilft Dir.

Kraft

Es gibt auch viel gutes, was dieser Rückschlag des Lebens Dir bereiten kann. Die Erfahrung deiner Grenzen zeigt Dir auch, was Du dir wirklich wünscht, woraus Du wirklich Kraft schöpfen kannst. Wende dich an Menschen, die Dir helfen können.  Ärzte können das, Heiler können das,  Yoga kann das und Ayurveda kann das. Wähle ruhig alles, was Dir gut tut. Nicht nur das Eine oder das Andere. Du hast nun die Chance, Frieden zu finden mit deiner Wahrnehmung von Dir und deinen wahren Ansprüchen. Du hast nun die Gelegenheit, Dir endlich einmal die Zeit zu nehmen, die nur für Dich ist!

Gib ruhig nach – Aber gib nicht auf!