Bei einem Problem geht’s niemals um die Sache,
sondern um die Betrachtungsweise.
Wenn Du lernst, die Betrachtungsweise zu ändern,
änderst Du auch die Sache und damit das Problem.

Thomas Stan Hemken, 22.08.2016

Dies fiel mir gestern so ein. Ich möchte es nicht als absolute Wahrheit darstellen, so wie ich gar nichts als absolute Wahrheit darstellen möchte, was ich sage oder zu erkenne glaube. Aber es inspiriert mich doch ungemein und so möchte ich dies hier gern teilen. Ich selbst war nicht sofort von dieser inneren Erkenntnis freudig überzeugt. Zuerst dachte ich: „Wow, cool“, dann kurz darauf: „mmh, ich weiß nicht“. Gut so! Ich möchte nun gar nicht erst anfangen, die Gebetsmühlen von EGO und Co.KG wieder anzuschmeißen. Ich bin der Meinung: „Ich habe keinen Verstand – ich habe kein Ego – ich habe keine Seele und keinen Körper!!“ – – denn: „Ich bin mein Verstand! – Ich bin mein Ego! – Und ich bin meine Seele und mein Körper!“

Ich finde es toll, dass ich erkennen und gleichzeitig daran zweifeln kann. Das ist ein ungemein nützliches Werkzeug.

Bisher bin ich zu dem Entschluss für mich gekommen, dass an dieser Eingebung eine Menge dran ist. Zuerst dachte ich natürlich sofort an die heftigen Probleme, die, die solch schlaue Sprüche gern aushebeln. „Ja, ja – sagst Du das auch, wenn Du in Todesgefahr bist? Oder besser noch, wenn jemand mit gezogener Pistole vor deinem Kind steht?“
Ehrlich? Ob ich das dann sage, glaub ich nicht. Ich habe dann bestimmt anderes an Gedanken. Aber was sage ich viele Jahre später dazu? Das weiß ich natürlich auch nicht. Dennoch fege ich diese Inspiration nicht einfach weg, denn im Moment bin ich nicht in Todesgefahr und niemand steht mit gezogener Pistole vor meinen Kind.

Ich denke da so drüber: „Ich stelle mir ein alltägliches Problem vor. Zum Beispiel Staubwischen. Das ist eine Tätigkeit. Für viele mit Sicherheit ein Problem – vor allem für Hausstauballergiker. Das Gemeine daran ist, dass sich dieses Problem vielleicht nie richtig lösen lassen wird, denn Staub kommt meist vom Menschen selbst in der Wohnung, in der er lebt -nicht von der Wohnung allein! Wenn man Staub verhindern möchte, braucht man eine abgedichtete Wohnung – die niemals betreten wird …
Also bleibt wohl nur eines: Staub wischen! Ich stelle mir vor, ich hasse diese Tätigkeit, das ist ein echtes Problem! Denn ich muss es von Zeit zu Zeit tun. Ich kann es herauszögern, ich kann jemanden anderen bitten, dies zu tun oder jemanden dafür bezahlen – es bleibt aber immer für mich ein Problem und es wird immer im Geiste rumspuken. Aber es gibt ja Menschen, die haben einen furchtbar hektischen Beruf (auch wieder eine Betrachtungsweise) und finden nichts entspannender, als Abends nach der Hektik in aller Ruhe erst einmal Staub zu wischen! Diese Tätigkeit ist ruhig, man kommt gut runter, sie ist leicht und einfach und und und. Kann ich voll gut nachvollziehen! Was also ist dieses Problem denn nun? Ist es ein Problem oder ist es eine Frage der Betrachtung?

Klar, wir haben richtige Probleme und nicht nur Staub! Wir haben Atomwaffen, die uns zerstören können usw. usf… Aber bei diesen Problemen ist es doch genauso wie mit dem Staub. So wie der Staub nicht einfach als selbständiges Wesen in meine Wohnung einfällt, weil er nämlich davon abhängig ist, dass ich in dieser Wohnung lebe, so hängen auch die anderen Probleme davon ab, dass ich lebe (dass wir leben) Die Betrachtungsweise kann sogar das Problem der Atomwaffen ändern. Erst einmal gibt es nicht wenige, die meinen, Atomwaffen sind gut, denn der Gegner hat auch welche. Ich gehöre nicht dazu. Ich persönlich würde sagen, dass es erstaunlich ist, was wir Mensch alles so erfinden und bauen können – aber lasst uns bitte  nicht alles bauen, was wir bauen könnten und wenn sich zeigt, dass etwas so schreckliches dabei rauskommt, dann lasst uns danach streben, so etwas nicht zu bauen oder wieder abzuschaffen und die Kinder davon zu überzeugen, dass es gut ist, so etwas nicht zu bauen. Dann ändere ich nämlich die Betrachtungsweise, damit die Sache und das Problem.